Bündelung des Internet Explorer mit Windows
Die Verhandlungen zwischen der EU und Microsoft über die Bündelung des Internet Explorer mit Windows sorgen weiterhin für Diskussionen:
Die EU-Kommission dringt in dem nach einer Beschwerde von Opera laufenden Wettbewerbsverfahren darauf, dass es bei Windows mehr Auswahl bei Browsern geben soll. Die derzeitige Koppelung des Internet Explorer mit Microsofts Windows-Betriebssystem könne den freien Wettbewerb behindern.
Dieses Freiheitsverständnis ist jedoch problematisch: Einem Unternehmen sollte es grundsätzlich freigestellt sein, welche Produkte es in welchem Umfang anbietet.
Auf der einen Seite bietet Microsoft mit Windows ein Betriebssystem an, das neben diversen anderen Programmen, z.B. Editor und Media Player, auch einen Web-Browser enthält. Auf der anderen Seite ist Microsoft jedoch ein Monopolist, der bereits mehrfach seine Monopolstellung zur Ausschaltung der Konkurrenz missbraucht hat.
Deshalb ist es durchaus richtig, den Wettbewerb durch eine Beschränkung der unternehmerischen Freiheit von Microsoft zu fördern. Dabei sollte man jedoch nicht einzelne Komponenten des Betriebssystems zum Gegenstand nehmen, sondern das Betriebssystem selbst!
Bislang werden Computer (fast) immer mit vorinstalliertem Windows verkauft. Auch Käufer, die später Linux installieren möchten, müssen also für eine Windows-Lizenz bezahlen. Zusätzlich ist der Preis des Betriebssystems am Gesamtprodukt nicht erkennbar.
Deshalb sollte die EU-Kommission den Verkauf von Computern mit vorinstalliertem Betriebssystem verbieten: Das würde dazu führen, dass nur Windows-User auch Windows-Lizenzen erwerben müssten und für alle Käufer der Preis des Betriebssystems erkennbar wäre!